Mehr als zehn Prozent aller Europäer leiden an Burnout. Noch vor gut 10 Jahren sprachen Laien und Mediziner vorwiegend von Erschöpfung, Depression oder allgemeiner Überlastung. Der Begriff Burnout, der heute in aller Munde ist umfasst und beinhaltet die vorher genannten Erscheinungsmerkmale. Unsere Gesellschaft hat sich verändert, die Anforderungen steigen permanent, es wird mehr in kürzester Zeit gefordert und ganz häufig kommen noch materielle Ungewissheit und problematische Partnerbeziehungen dazu. Innere Kraft, Stabilität, Energie, Vielseitigkeit, Flexibilität und Erfolg sind praktisch die Grundbedingungen für ein normales Leben.

Was geschieht, wenn die Kraft und die Energie nachlassen wird, sich eine ganz neue Labilität und Stimmungsschwankungen sich breit machen und der gewünschte Erfolg ausbleibt? Die europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz schätzt, dass heutzutage jährlich ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 20 Milliarden Euro in Europa durch Burnout Erkrankungen entsteht. Eine ungeheure Summe für ein Krankheitsbild, das gar nicht so leicht zu definieren und zu beschreiben ist.

Symptome

Am ehesten ist das komplexe Gesamtbild des Burnouts darzustellen durch eine Beschreibung der Symptome. Was jedoch auch schwierig ist, da sich diese Krankheit bei jedem Menschen anders darstellt. Nichtmediziner sprechen von Ausgebranntsein, von vollkommener geistiger und seelischer Erschöpfung, ganz generell von einem Zustand der Unruhe, der Anspannung und Überforderung. Mediziner äußern sich wesentlich konkreter und versuchen die Symptome meist in drei Hauptgruppen einzuteilen. Zunächst wird hier die emotionale Erschöpfung angeführt, die aus körperlicher und emotionaler Anspannung resultiert. Die Betroffenen fühlen sich matt, müde, kraftlos und schwach. An zweiter Stelle scheint eine allgemeine Distanz zur Umwelt zu entstehen. Der Patient läßt nichts mehr an sich herankommen, er wird zunehmend gleichgültig, zynisch und zu allen Aktivitäten fehlt der innere Bezug. Als drittes Hauptsymptom wird das permanente Gefühl der Überlastung. Erfolglosigkeit und Sinnlosigkeit scheint eine vorrangige Erfahrung zu sein.

Ursachen

Menschen, die sich und Anderen ständig etwas beweisen und sämtliche Erwartungen erfüllen wollen sind generell anfällig. Wenn eine permanente Überarbeitung dazu kommt werden schnell soziale Kontakte und vor allem ganz persönliche Bedürfnisse vernachlässigt. Viele Menschen leugnen generell Probleme und stellen sich ihren inneren Konflikten nicht und werden damit zu einer Risikogruppe. Schon bei den kleinsten Anzeichen der Entmutigung ziehen sich Burnout Patienten mehr und mehr zurück, sie zweifeln alles an und Ängste entwickeln sich mehr und mehr. In den meisten Fällen wird das Leben nur noch abgespult und die innere Leere wird in den überwiegenden Fällen durch Essen, trinken, Sex oder einen wahren Kaufrausch überspielt. Hoffnungslosigkeit, Gleichgültigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
führen nicht selten zu Suizidgedanken oder es kommt zu emotionalen und physischen Zusammenbrüchen.

Vorbeugung und Therapie

Die Massnahmen um einen Burnout zu verhindern, liegen im psychologischen Therapiebereich. Spezialisten - zumeist Psychologen, Verhaltenstrainer und Psychiater helfen den gefährdeten Personen, in dem sie ihnen aufzeigen, wie sie mit ihrer Not und ihren Defiziten umgehen können. Bevor an Heilung gedacht wird, muss der bestehende Zustand akzeptiert und Strategien entwickelt werden, um nicht weiter in Hoffnungslosigkeit und Depression abzurutschen. Gemeinsam mit dem Therapeuten müssen neue Strategien entwickelt werden und neue Ziele gesetzt werden, die im Laufe der Zeit verloren gegangen sind. Es muss dringend die Willenskraft gestärkt und aufgebaut werden, um die neu gesteckten Ziele erreichen zu können. Selbstmanagement ist hier extrem gefragt, um die Erreichung der Ziele in die täglichen Abläufe integrieren zu können. Im Sinne einer wirklichen Prävention werden alle Aspekte der Persönlichkeit gefördert und gestärkt, die zu einer erweiterten Selbsterkenntnis führen und damit den eigenen Status und die Gefährdungen klar vor Augen führen. Für die eigentliche Burnout Behandlung ist der Massnahmenkatalog sehr weit gefächert und der Betroffene kann aus einem grossen Angebot an Therapiemethoden auswählen. Immer geht es jedoch um psychologische Intervention, Rückführung auf eigene Qualitäten und Besonderheiten um die eigenen Wünsche und Fähigkeiten ganz klar definieren zu können. Als ganz besonders erfolgreich haben sich Kurkliniken oder Behandlungszentren herausgestellt, die den Burnout Patienten für eine begrenzte Zeit aus dem normalen Lebensumfeld herausnehmen und ihn eine lebensfördernde naturnahe Umgebung erleben lassen, die neue Impulse und Ideen für das weitere Leben geben kann.