1. Seit 10. April werden auf der Insel PCR Tests durchgeführt.

Nicht mehr nach dem Zufallsprinzip wie bisher , sondern gezielt in Regionen, in denen der Virus sich breit gemacht hat: in Colombo und im Norden der Insel auf Jaffna.


2. Am 14.04. feierte Sri Lanka Silvester.

Vor dem Start in das neue buddhistische Jahr mit seinen vielen Feierlichkeiten, war zuvor als Super Spreader Ereignis befürchtet worden und die Politiker mahnten eindringlich davor, alle Schutz-Spielregeln einzuhalten. Es hat wohl funktioniert - bislang wurden keine erhöhten Zahlen gemeldet. Jedoch ist auf der ganzen Insel eine Corona Müdigkeit zu beobachten.

 

3. Es sind seit der Öffnung des Flughafens kaum Touristen ins Land gekommen.

Allerdings haben 70 Einreisende den Virus mitgebracht. Die Zahl der Virusträger unter einheimischen Rückkehrern, die im Ausland arbeiten lag wesentlich höher. Die Furcht der Regierung hat sich wieder bestätigt ... jeder Einreisende kann die Situation im eigenen Land verschlechtern. Bislang starben rund 600 Menschen nicht an, aber mit dem Virus.

 

4. Auch hier gibt es Gezerre und Durcheinander mit den Impfungen.

Es gibt wenig Impfstoff und die Regierung versucht Geberländer um Mithilfe ... die Regierung erwartet Geschenke von reichen Ländern - nachdem die eigene Finanzlage mehr als fragil ist.

 

5. Momentan sind die Ein- und Ausreise Bestimmungen wie folgt:

  • vollständige Impfung mit engl. Bescheinigung
  • Visa muss vorher beantragt werden - am Flughafen nicht mehr möglich
  • je nach Aufenthaltsdauer müssen im Land etliche PCR test gemacht werden - die im voraus bezahlt werden müssen 12$ für die ceylonesische Versicherung
  • niemand soll mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt treten
  • Aufenthalt ist nur in zertifizierten Hotels möglich
  • max 48 Stunden vor dem Rückflug muss erneut ein PCR Test gemacht werden, für die Einreise nach Deutschland

 

6. Die Regierung wird jetzt streng mit Palmöl Produzenten.

Auch in Sri Lanka wird durch die gigantischen Palmöl Plantagen Regenwald zerstört. Der Export ist bereits verboten und Stück für Stück sollen die Palmöl Plantagen ersetzt werden. Eine gute Initiative mit einer Schattenseite: es wird Anderes angebaut werden, jedoch auch wieder in Monokultur.

 

Sri Lanka

Seit März 2020 ist der Flughafen in Colombo für einreisende Touristen geschlossen. Vor ca 1 Woche hat der Präsident des Landes beschlossen, Ausländer wieder einreisen zu lassen - jedoch unter schärfsten Bedingungen. Unter anderem: Testnachweis bei Einreise / Neuer Test bei Ankunft / alle paar Tage erneuter Test / Aufenthalt nur in speziellen Hotels / Quarantäne / die gesamte Reise unter Aufsicht und Kontrolle / etc etc. Es sind für westliche Gäste unzumutbare Reisebedingungen. Zudem ist das medizinische System auf der Insel nicht ausgestattet für einen Notfall. Die Arabischen Emirate - in denen wir alle einen Zwischenstopp einlegen müssen, sind mittlerweile als Hochrisikoland eingestuft. Es ist bekannt, dass dort nicht grossartig getestet wird, alles wird extrem lasch gehandhabt, die Coronazahlen gehen durch die Decke. Die Einreise nach Deutschland ist dementsprechend schwierig. Veranstalter und einige Hotels auf Sri Lanka nehmen ab sofort - aufgrund materieller Probleme - wieder Buchungen an. Wir schliessen uns dem nicht an - momentan halten wir es für absolut verantwortungslos, Gäste zur Anreise zu ermutigen. Wir würden so gerne öffnen und all unsere Gäste willkommen heissen - aber es ist zu früh. Wenn man ehrlich ist, erlauben es die Umstände nicht. Das ist traurig, aber Realität. Wie Sie warten wir sehnsüchtig darauf, dass es wieder losgeht. Wir informieren Sie umgehend, wenn wir unsere Lieblingsinsel wieder angenehm und mit gutem Gewissen bereisen können.

 

Ständig aktuelle Infos zur Situation durch unseren Newsletter.

 

Heute, am 18. Juni 2020 bin ich immer noch auf Sri Lanka.
Es ist heiss, Wolken, Wind , Tropengewitter und Extremsonne wechseln sich ab, jeder Tag ist spannend und nie vorhersehbar. Zwei von mir gebuchte Flüge wurden jeweils storniert - weil es wohl keine Mitreisenden gab. Ich bin gespannt, ob mein Flug Anfang Juli nun stattfindet.


Hier im Land geht alles seinen normalen Gang. Das Leben läuft wie vor Corona. Jedoch mit Gesichtsschutz und - wenn es machbar ist, auch mit Abstand. Alle Geschäfte, Märkte, Imbissbuden an den Strassen, Obst- und Gemüseverkäufer auf den Gehwegen - der Alltag hat uns wieder.
Traurig anzuschauen sind Bereiche, in denen sich sonst fast ausschliesslich Touristen aufhalten. Da herrscht gähnende Leere. Die Läden sind zu, die Restaurants verrammelt, die Strände, wie zum Beispiel in Unawatuna oder Tangalle sind verlassen. Natürlich ist es ein unfassbares Gefühl am Strand auf Kilometern niemanden zu sehen und die berührende Naturschönheit ganz allein geniessen zu können. Aber es ist auch traurig für alle, die vom Tourismus leben... alle sind startklar! Ein bisschen wird es noch dauern - die Regierung hat den Flughafen Colombo für einreisende Touristen für den August freigegeben.


Im Hotel, nur 10 Mitarbeiter halten die Stellung, die anderen sind beurlaubt, wird die Zeit genützt um nötige Arbeiten, wie Hibiskushecken zurückschneiden, Klimaanlagen warten oder alle Zimmer überprüfen nach Schäden, die bevor es wieder losgeht, ausgebessert werden müssen. Der Chefkoch und ein Küchenhelfer sind da, um für die anderen zu kochen. Aufgrund der Notlage mussten die Gehälter wie in allen Hotels reduziert werden. Die Sicherheitsleute bewachen das Areal, das sich in einem Dornröschenschlaf befindet.
In vielen Gesprächen versuchen der Hoteldirektor und ich die neuen Rahmenbedingungen auszuarbeiten und für die Zeit ab 1. Oktober, dem Zeitpunkt der Wiedereröffnung, zu planen. Oft fällt es schwer, ist doch die materielle Last erdrückend. Aber wir sind uns einig: wir wollen ,müssen und werden es schaffen.


Corona ist im Land kein dominierendes Thema mehr - zu recht bei unter 10 Toten und ein paar hundert Infizierten in Navycamps - die aber alle gesund und genesen sind. Wie in allen Ländern wurden durch den lockdown oder hier - durch die Ausgangssperre unbeschreibliche ökonomische Schäden angerichtet - die vor allem die armen Menschen in der Gesellschaft betreffen. Die Suche nach Staatskrediten und Förderungen für bedürftige Menschen läuft auf vollen Touren. Ich hoffe, dass Mittel und Wege gefunden werden, das verschuldete Land wieder auf Linie zu bringen und jedem Menschen sein rice & curry zu sichern. Zunächst muss auch die Präsidentschaftswahl Mitte August geschafft werden. Die Opposition war gegen den Termin- die Regierung hat sich - wie bei allem - durchgesetzt. Ich denke, es wird keine grosse Überraschung geben - die schwierigen Rajapaksa Brüder (Präsident und Ministerpräsident) sind beliebt und die ebenso schwierige Machtausübung wird wohl nicht gestört werden.


So bleibt denn nur für alle, die dieses Land lieben, die starke Hoffnung, dass die positiven Entwicklungen voranschreiten können, ohne dass Freiheiten beschnitten werden. Ich geniesse Sri Lanka sehr - so ungewohnt ohne Touristen - es erinnert mich in Vielem an die Zeit vor 25 Jahren - so schön, intensiv und unverfälscht.

 

Und dennoch: auf jedem Schritt begleitet mich die tiefe Sehnsucht, dass die Reisenden schnell wieder kommen und wir die Besonderheiten der Insel wieder mit allen teilen können.
Uschi Burkart