Update - 09.05.2022

Soeben ist der Premierminister Sri Lankas zurück getreten. Er macht damit den Weg frei, eine Interimsregierung zu bilden. Mahinda Rajapakse stand im Land für Korruption, unsaubere Methoden, Vetternwirtschaft und Unterschlagung. Sein Bruder, der Präsident des Landes hat ihn jetzt entlassen - um seinen eigenen Job zu retten. Auch der Bruder wird abgelehnt aus den gleichen Gründen - erst durch Neuwahlen besteht eine berechtigte Chance das Land aus der Krise zu befreien.

 

Durch die Coronakrise und die bis Dezember 2021 reduzierte Reiselust, hat Sri Lanka ein Finanzproblem, was zur Folge hat, dass verschiedene Importgüter nicht verfügbar sind. Tanken wird z.B. mitunter zur Geduldsfrage. Auch Regale im Supermarkt können leer sein. Alle Preise des täglichen Lebens haben sich deutlich erhöht. Die Menschen sind unzufrieden und fordern den Rücktritt der Regierung - die sich jedoch bislang weigert. Etliche Minister sind bereits zurück getreten aber die Opposition fordert, dass auch die massgeblichen zwei Personen, nämlich der Präsident und der Ministerpräsident auf ihr Amt verzichten. Diese beiden Brüder sonnen sich aber in ihrer Macht und versuchen einfach weiter zu machen. Es werden ihnen Misswirtschaft, Korruption und Postengeschacher zugunsten der eigenen Familie vorgeworfen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit jedoch werden Sie sich nicht mehr allzu lange halten können - es müssen finanzielle Lösungen für das Land gefunden werden. Momentan finden Verhandlungen mit dem IWF und anderen Geberländern statt. Für die Bevölkerung ist dies ein wesentlicher Schritt um die Alltagssorgen zu reduzieren. Ausländische Urlauber bekommen von der Krise praktisch nichts mit und sind davon unberührt.


Sehr positiv bewerte ich die Demonstrationen, die in den letzten Wochen stattgefunden haben - zum erstenmal ist das Volk bereit, gegen die Unfähigkeit der Politiker zu demonstrieren, Misswirtschaft anzuprangern und sich nicht alles gefallen zu lassen.


Natürlich wird es etliche Wochen dauern, bis die Situation sich wieder bessert, bis Finanzspritzen aus dem Ausland eingetroffen sind und wieder wie gehabt importiert werden kann. Jedenfalls liegen die Zusagen zur Unterstützung von anderen Ländern bereits vor, damit sich die Situation wieder normalisiert. Natürlich wird auch der in diesem Jahr zu erwartende Tourismus die Defizite lindern - da helfen wir kräftig mit und freuen uns auf viele Kurgäste.